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Wirtschaft
ABB verringert Gefahr von Stromausfällen
Der Technologiekonzern ist seit 100 Jahren in der Region
HARDY
PROTHMANN
HANDELSBLATT, 30.5.2005 "Die Rahmenbedingungen im Rhein-Neckar-Dreieck
sind ein wichtiger Grund für ABB, sich nach über 100 Jahren auch weiter hier
zu engagieren", betont Bernhard Jucker, Vorstandsvorsitzender der ABB
Deutschland. Das Unternehmen beschäftigt in dieser Region rund 4 500 seiner
12 600 Mitarbeiter in Deutschland. Die Landesgesellschaft hat ihren Sitz in
Mannheim; an insgesamt vier Standorten ist ABB im Rhein-Neckar-Dreieck
vertreten. Neben Mannheim in Heidelberg, Ladenburg und Lampertheim.
Im Rhein-Neckar-Dreieck sind wichtige Unternehmenseinheiten der ABB
Deutschland konzentriert. Von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zu
Marketing, Vertrieb und Service. Beispielsweise Anlagen-Engineering in
Energie- und Automationstechnik für Versorgungs- und Industrieunternehmen,
die Niederspannungsprodukte für die Installationstechnik in Gebäuden,
Schaltanlagen oder Antriebe. Mit dem Forschungszentrum in Ladenburg ist darüber
hinaus auch eine der globalen "Denkwerkstätten" des Konzerns fest
in der Region verankert.
Jährlich investiert ABB allein in diesen Standort im Bereich von 14 bis 17
Mill. Euro. Im Heidelberger Pfaffengrund etwa hat ABB aktuell für 3,5 Mill.
Euro ein neues Betriebsmittelgebäude samt Ausbildungszentrum für den Bereich
Automationstechnik für private Haushalte fertig gestellt.
ABB bietet auch Lösungen, die das komplexe Gesamtsystem der Energieversorgung
in den Blick nehmen und optimieren. Mit der innovativen Weitbereichsüberwachung
"Wams" hat ABB gerade eine neu entwickelte Lösung zur zuverlässigen
Netzüberwachung präsentiert. Wams ermöglicht es, Instabilitäten frühzeitig
zu erkennen. Die Gefahr von großflächigen Stromausfällen, wie sie vor
einiger Zeit in den USA und Kanada, aber auch in Europa zu verzeichnen waren,
lässt sich damit deutlich verringern.
"Innovationen leben nicht zuletzt von einem inspirierenden Umfeld, von
einer kreativen Atmosphäre", ergänzt Jucker. Auch hier leistet ABB
seinen Beitrag, indem das Unternehmen auf vielfältige Weise die kulturelle
Landschaft in der Region fördert.
Jucker: "ABB engagiert sich dafür, dass das Rhein-Neckar-Dreieck eine
Region ist, in der Menschen gerne leben." Die Unterstützung der
Internationalen Schillertage am Mannheimer Nationaltheater gehört ebenso zum
kulturellen Engagement wie die Förderung der Schwetzinger Festspiele, der
Einsatz für die Mannheimer Schlosskonzerte oder für das Landesmuseum für
Technik und Arbeit. Und ABB beteiligt sich im Rahmen des Stadtmarketings
Mannheim auch an der übergreifenden Entwicklungsplanung für die gesamte
Region.
Starker Finanzpartner für die Region
Die Landesbank Baden-Württemberg hat einen ihrer Hauptsitze in Mannheim.
HARDY
PROTHMANN
HANDELSBLATT, 19.5.2004 Karl Heidenreich weiß alles über seine Bank. Das
sollte auch so sein, schließlich ist er einer von sieben Vorständen, unter
anderem zuständig für das Risikomanagement. Er weiß aber auch alles über
seine Bank, weil er seit 35 Jahren dabei ist: Angefangen hat er in der
Badische Kommunale Landesbank, die 1989 zur Südwest LB wurde und 1999 mit der
Landesgirokasse und dem Marktteil der L-Bank zur LBBW fusionierte:
"Obwohl ich nie den Arbeitgeber gewechselt habe, sind es doch drei Banken
geworden, für die ich gearbeitet habe."
Mannheim ist einer von drei Hauptsitzen der LBBW. In einem wunderschönen
Jugendstilgebäude von 1908 arbeiten 577 Mitarbeiter, am Hauptsitz Karlsruhe
502 und am größten Standort Stuttgart 6625 Mitarbeiter. Hinzu kommen 2006
Mitarbeiter in den Filialstandorten und nochmals 204 Mitarbeiter im Ausland.
"Was mich besonders stolz macht und was ich für sehr wichtig für den
Standort halte, ist, dass Mannheim Hauptsitz und Sitz eines Vorstandes mit
konzernweiter Zuständigkeit ist", sagt Karl Heidenreich. Ein Schwerpunkt
des Mannheimer Standorts ist das gewerbliche Immobiliengeschäft. Hinzu kommen
Finanzierungen für Unternehmen, Leasing (Südleasing- Gruppe, MKB-Gruppe)
oder die Kreditbearbeitung der Key-Account- Kunden und des Regionalgeschäfts.
Auch das kommerzielle Auslandsgeschäft wird von Mannheim aus gesteuert. 118
Mitarbeiter sind damit beschäftigt.
"Was mich ein wenig schmerzt, ist, dass die Bank und ihre bedeutende
Position zu wenig über die Region hinaus bekannt sind", sagt Karl
Heidenreich. Wenn er die Ratings vergleicht, landet seine LBBW häufig ganz
vorne auf den ersten Plätzen. "Der Konzern hat eine "Cost Income
Ratio" von 49,5 Prozent - und das trotz unseres großen
Filialnetzes." So ist die LBBW Marktführer bei
Unternehmensschuldscheinen und hat auch im Leasinggeschäft bundesweit eine
starke Stellung. Das staatliche Institut gehört zu 39,5 Prozent dem Land,
weitere 39,5 Prozent liegen beim Sparkassenverband Baden-Württemberg und 21
Prozent hält die Stadt Stuttgart. Und die Geschäfte laufen gut: Das
Betriebsergebnis vor Risikovorsorge 2003 wuchs von 1 383,2 Mill. Euro um 114,5
Mio Euro auf 1 497,7 Mio. Euro - ein Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem
Vorjahr.
Bislang erreicht die Bank in vielen Bewertungen Bestwerte. Das wird sich wie
Mitte 2005 aber ändern, wenn die Staatsgarantien wegfallen werden. Davon
werden alle Landesbanken betroffen sein - vor allem die Mittelaufnahme an den
Kapitalmärkten wird sich dann für die Landesbanken verteuern.
Die Kundenpflege vor Ort gehört deswegen zu den wichtigen Aufgaben der Bank:
"Wir sind sehr zufrieden darauf, dass alle renommierten Firmen in Baden-Württemberg
in hohem Maße Kunden der LBBW sind", sagt Karl Heidenreich.
Aber nicht nur die Kunden wollen gepflegt werden, auch das Image. Deswegen fördert
die Bank als Sponsor oder mit Spenden und drei Stiftungen verschiedenste
Bereiche in der Region. "2003 haben wir allein für Einrichtungen in
Mannheim 500 000 Euro zur Verfügung gestellt", sagt Karl Heidenreich.
Als Sponsor tritt die Bank beispielsweise beim "Ball der Sterne",
einem der größten gesellschaftlichen Anlässe in Mannheim auf.
Auch die Eishockey-"Adler" werden von der Bank unterstützt, ebenso
das Mannheimer Maimarkt Reitturnier. Mitte April hat die LBBW der Stadt wieder
eine besondere Freude gemacht: Sie kaufte ein seit Kriegsende verschollenes
Goldmünzen-Unikat zurück, das 1681 geprägt worden war. Jetzt ist die Münze
Teil der Ausstellung des Reiss-Engelhorn-Museums.
Für Karl Heidenreich ist das aber noch nicht genug an Engagement. Als
Mitglied des IHK Wirtschaftsforums unterstützt er deshalb die Initiative
"Zukunft Rhein-Neckar-Dreieck": "Das Ziel ist, über die
politischen Ländergrenzen hinweg die Stärken der Region zu bündeln."
Immerhin ist das Rhein-Neckar-Dreieck der siebtgrößte Wirtschaftsraum
Deutschlands. Viele der hier ansässigen Unternehmen haben ein starkes
Exportgeschäft. Für Karl Heidenreich eine zentrale Aufgabe: "Die
Begleitung der exportorientierten Wirtschaft wird auch in Zukunft eine unserer
wichtigen Aufgaben sein."
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